Wie
in den USA auch wurden Xenopus in den 1960er
Jahren unüberlegt ausgewildert, als
sie Ihre Rolle als Schwangerschaftstest-
Versuchstiere verloren. Anders als im Mittelmeerraum
oder Kalifornien, trafen die Tiere dort
auf wesentlich widrigere Lebensverhältnisse
als in Südwestafrika - ihrer natürlichen
Heimat. Aber wieder einmal stellten die
Pipiden der Gattung Xenopus ihre außerordentliche
Anpassungsfähigkeit unter Beweis:
Bemerkenswert ist, dass
die Tiere es bereits schon mehrere Jahrzehnte
geschafft haben, unter Eis zu überwintern,
und auch sonst den eher kühlen Temperaturen
zu trotzen und sich sogar zu vermehren.
Zwischen 1986 und 1996 untersuchte man die
in Südwales angetroffenden Xenopus-Populationen.
Dabei stellte man einen tendentiellen Rückgang
des Bestandes fest. Es wird angenommen,
dass dies auf den Verlust stehender Gewässer
in Großbrittanien und einer Zunahme
der Zahl der Fressfeinde des Xenopus zurückzuführen
sei.
Einige der markierten
Exemplare wanderten sogar über Land
in andere Teiche. Dabei benötigten
sie für eine Strecke von etwa 200 Metern
zwei Tage. Mit Hilfe ihres Geruchssinnes
(dabei spielt wohl der Geruch des pflanzlichen
Planktons eine Rolle) bewegten sie sich
in Richtung des anderen Teiches. Bei der
Wanderung nahmen sie einen Umweg von etwa
50 Metern in kauf, um einen Teil der Strecke
in einem Fließgewässer zurückzulegen.
Die Fressgewohnheiten
der Krallenfrösche wurde untersucht,
indem man ihren Magen mit Wasser ausspülte
und den Inhalt untersuchte. Dabei waren
etwa 1/4 der Beutetiere terrestrischen Ursprungs
(Fliegen, Käfer...), und der Rest bestand
überwiegend aus Zooplankton. Um die
über Wasser lebenden Insekten zu fangen
springen die Krallenfrösche im Wasser
nach oben, durchstoßen die Wasseroberfläche
und schnappen sich mit Maul und Händen
das über dem Wasser fliegende Insekt.
Zwei markierte Tiere
wurden 14 Jahre später wieder eingefangen.
Dieser Fund belegt, dass selbst unter kühlen
Lebensumständen ein Überleben
der Krallenfrösche möglich ist.
Während einer relativ kurzen warmen
Periode in Wales gelingt es den Krallenfröschen
sogar sich fortzupflanzen, und innerhalb
von acht Monaten entwickeln sich die jungen
Krallenfrösche so gut, dass sie über
den nächsten Winter kommen. |