Ernährung von Fröschen im Aquarium - Insbesondere
Krallenfrösche (Xenopus)
Sinneswahrnehmung bei Krallenfröschen
Zunächst etwas zu den Sinnesorganen
des Krallenfrosches. Dies ist wichtig, um später
zu verstehen, welche Futterarten geeignet sind, und
welche nicht. Man sollte sich klar machen, dass der
Geruchssinn beispielsweise nicht so gut unter Wasser
funktioniert, wie das bei den Verwandten des Krallenfrosches
an Land der Fall ist. (Jedoch ist bei den Zungenlosen
(Pipiden), zu denen der Krallenfrosch zählt, der
Geruchssinn auf die Veerhältnisse unter Wasser
spezialisiert, und daher doch recht effektiv.) Auch
die Augen der Krallenfrösche sind nur sehr schwach
ausgebildet, so dass sie ihr Sehvermögen nicht
wirklich zum Beutefang einsetzen können. Sie haben
jedoch noch ein anderes, unter Wasser viel wirksameres,
Sinnesorgan: Die Seitenlinie. Das Seitenlinienorgan
(man nennt es auch Lateralisorgan) besteht aus meist
linienartig angeordneten Sinneshügeln (Neuromasten),
die über Nervenzellen (afferente Neuronen) direkt
mit dem Mittelhirn und sogar mit dem Sehnerv verbunden
sind. Mehrere Sinneszellen liegen zusammen mit Mantel-
und Stützzellen. Letztere produzieren eine Gallerte,
die von den Sinneszellen ausgehende vier bis zwölf
Sinneshaare umgibt. Jedes Seitenorgan besitzt 100 bis
600 Sinneshaare. Die Seitenorgane sind beim Krallenfrosch
in kleinen Gruppen auf der Haut lokalisiert. Mit Hilfe
der Sinneshaare (die in der Nähe rechts
und links des Kopfes liegen) und der Sinneshügel,
die beiden zum Seitnlinienorgan gehören, können
Krallenfrösche sich optimal zu der sich bewegenden
Beute ausrichten, und den richtigen Moment zum Zuschnappen
abpassen.
Geeignete Futterarten für Xenopus und Silurana
Aus den Gründen die ersichtlich
werden wenn man sich die Sinnesleistungen der Krallenfrösche
ansieht, eignen sich nur bestimmte Futterarten. Insbesondere
sind zunächst lebende Futtertiere am besten
geeignet, da der Geruchssin und vor allem die Sehleistung
der Frösche eher schlecht entwickelt sind. Vielmehr
spielt das Seitenlinienorgan die entscheidende Rolle
bei der Futtersuche.
Dazu können Sie einen einfachen
Versuch unternehmen: Nehmen Sie etwas totes Futter
(Futtertablette oder Frostfutter) und platzieren Sie
es im Aquarium. Sie werden merken, dass die Krallenfrosche
entweder gar nicht oder nur sehr schwach auf das Futter
reagieren (es sei denn es ist stark Aminosäurehaltig).
Nun nehmen sie (an einem anderen Tag, also ohne, dass
Sie vorher Futter ins Aquarium gegeben haben) einen
Draht oder ein dünnes Stöckchen, und bewegen
die Spitze in der nähe des Bodengrundes mit leicht
zitternden Bewegungen. Sie werden feststellen, dass
die Krallenfrösche sofort auf diesen Reiz reagieren,
obwohl nicht das geringste Futter im Aquarium ist.
Auch aus diesem Experiment geht hervor,
dass vorwiegend Lebendfutter zur Ernährung
von Krallenfröschen verwendet werden sollte.
Man kann folgenden Lebendfutterarten verwenden:
- kleine Fische (zum Beispiel Guppies)
- Mückenlarven
- Schlammröhrenwürmer (dazu zählt
auch der Bachröhrenwurm Tubifex tubifex)
- Regenwürmer
- Fliegen (es gibt Zuchtformen mit verkümmerten
Flügeln)
Da sich die Krallenfrösche überwiegend
fleischlich (carnivor) ernähren, spielt der Darminhalt
der Beutetiere eine wichtige Rolle wenn es um eine
ausreichende Mineralstoff-Versorgung geht. Die meisten
Beutetiere ernähren sich nämlich auf überwiegend
pflanzlicher Basis. |