Haltung von Fröschen im Aquarium (speziell
glatte Krallenfrösche, Xenopus laevis)
Natürlich sollte die Haltung
den natürlichen Biotopen möglichst in nichts
nachstehen. Dies ist jedoch schon aufgrund der meist
kleinen Aquariengrößen nur schwer möglich,
aber auch gar nicht unbedingt notwendig. Es genügt
völlig, einige Dinge wie Wasserparameter, Vergesellschaftung
und Beckeneinrichtung zu beachten. Die Tiere leben in
verschlammten Gräben und Teichen, und zum Teil
auch in kleineren Wasseransammlungen. Sie sind vollaquatil,
halten sich meist am Bodengrund auf, und sind häufig
Dämmerungs- und Nachtaktiv.
Die Frösche vertragen im Fall
von Xenopus laevis Temperaturen zwischen 12 und 36 °C.
Langfristig empfiehlt sich jedoch eine Haltung bei
etwa 22 °C. Es fördert das Wohlbefinden
der Tiere durchaus, wenn sie im Winter etwas kühler
gehalten (etwa bei 18 °C) werden als im Sommer (etwa
bei 24 °C).
Der Glatte Krallenfrosch sollte in
nicht zu kleinen Aquarien (mindestens 50x30x30
cm Aquarium) gehalten werden. Pro Tier sollte man 20
Liter einrechnen. Am besten ist jedoch ein Aquarium
mit einer Mindestgrundfläche von etwa 100x40
cm.
Ein Landteil ist nicht erforderlich.
Bei der Auswahl und Einrichtung des Haltungsbeckens,
sollte man unbedingt darauf achten, dass die Tiere nicht
über den Rand des Aquarium hinaus gelangen können.
Am besten ist es, wenn zwischen der Oberkante des Aquariums,
und dem Wasserspiegel ein Abstand von 20 cm herrscht.
Mein 60 cm hohes Aquarium habe ich nur bis zu einer
Höhe von 40 cm mit Wasser gefüllt. Würden
die Frösche an Land gelangen, mussten sie jämmerlich
vertrocknen. In den Regenwaldgebieten Afrikas mag es
den Tieren nichts ausmachen eine kleine Strecke über
Land vom einen in den anderen Tümpel zu wandern,
im heimischen Wohnzimmer enden solche Ausflüge
jedoch verhängnisvoll!
Krallenfrösche suchen gerne
Schutz in Spalten oder Höhlen. Zum einen sollten
Sie einen solchen Zufluchtspunkt zur Verfügung
stellen, zum anderen aber auch darauf achten, dass Felsaufbauten
nicht einstürzen können, und keine Spalten
im Aquarium sind aus denen der Frosch womöglich
nicht mehr herauskommt und so erstickt.
Bei der Bepflanzung eines
Xenopus-Beckens haben sich bei mir am besten Schwimmpflanzen
bewährt, da fast alle anderen Arten aus dem Boden
gerissen werden können. Selbst einen jahrelang
auf einer Wurzel festgewachsenen Javafarn haben die
Tiere bei mir klein bekommen. Zum Nitrat- und Phosphat-Abbau
habe ich Efeutute so im Aquarium befestigt, dass die
Wurzeln durch ein Rohr geschützt werden, und nur
ganz unten herausschauen. Die Wurzeln wachsen dann in
den Bodengrund und werden in der Regel auch nicht herausgerissen.
Allerdings sollte der Bodengrund in der Nähe des
Rohres mehrere Zentimeter hoch sein.
Für den Bodengrund eines
Krallenfrosch-Aquariums empfiehlt sich eigentlich ein
möglichst weicher und schlammiger, da die Tiere
gerne im Boden nach Nahrung wühlen. Das hat jedoch
den Nachteil, dass die aufgewirbelten Partikel meist
schnell in den Filter gesogen werden und diesen zusetzen.
Es gibt zur Lösung dieses Problem zwei Möglichkeiten:
Entweder Sie nehmen einen gröberen Bodengrund in
Form abgerundeter (auf keinen Fall scharfkantiger) Kieselsteine,
oder sie benutzen einen Membranpumpenbetriebenen Schwammfilter
("Billy"), oder einen Hamburger Mattenfilter.
Der Mattenfilter hat den großen Vorteil, dass
er eine riesige Filterfläche hat. Persönlich
schwöre ich auf die Kombiantion Mattenfilter +
feiner Bodengrund, wobei ich für den Bodengrund
ein Sand-Torf Gemisch verwende. Der Torf (keine Blumenerde!)
darf allerdings nur sehr sparsam eingesetzt werden,
da er das Wasser ansäuert und enthärtet.
Bei der Vergesellschaftung
habe ich eigentlich nur schlechte Erfahrungen gemacht,
weshalb ich die Tiere mittlerweile im Artenbecken halte.
Entweder wurden die Fische von den Krallenfröschen
angeknabbert oder ganz aufgefressen, oder die Xenopüsse
wurden durch die Fische gestört. Sicherlich gibt
es auch Fische die sich zur Vergesellschaftung eignen,
aber bisher habe ich keine gefunden, und ich möchte
auch nicht weiter Tiere unnötig opfern.
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